20.5.2021

 

Wie gefährlich ist SarsCoV2 für Kinder und Jugendliche?

Kinder und Jugendliche erkranken nach Infektion mit SarsCoV2 in aller Regel nur leicht und dies nach Einschätzung pädiatrischer Fachgesellschaften auch bei chronischen Erkrankungen, sofern diese behandelt sind. Die extrem seltenen schweren Verläufe nach Infektion mit SarsCoV2 bei Kindern können durch eine generalisierte Entzündung (sogenanntes Multisystem Inflammatory Syndrom) ausgelöst werden. Hierbei handelt es sich um eine überschießende Autoimmunreaktion, die auch in Folge anderer Infektionserkrankungen beschrieben ist. 

Die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie stellt fest, dass „von 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland bis 21. April 2021 etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%). Zum Vergleich wurden in der Saison 2018/19 nach Angaben des RKI insgesamt 7461 Kinder unter 14 Jahren mit Influenza als hospitalisiert gemeldet, 9 Kinder verstarben. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25.

Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der Überlastung der Intensivstationen und den schweren und tödlichen Verläufen der älteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, könnte Kita- und Schulschließungen rechtfertigen. Daten, die diese These bestätigen, fehlen allerdings."
 

Welche Rolle spielen KiTas und Schulen bei der Ausbreitung des Virus?

Gemäß Bericht des RKI vom 20.4.2021 ist im gesamten Verlauf der Pandemie kein KiTa-Kind und ein einziges Schulkind gemeldet worden, das nach einem Infektionsgeschehen an seiner KiTa oder Schule an oder mit SarsCoV2 gestorben ist. Es wurden 6 KiTa Betreuerinnen und 2 Lehrpersonen erfasst, die nach einem Infektionsgeschehen in Ihrer Einrichtung an oder mit SarsCoV 2 gestorben sind.

Ob sich Kinder und Betreuer jeweils in KiTa / Schule oder bei anderen Kontakten angesteckt haben, bleibt jeweils offen.

Laut Bericht des RKI vom 1.4.2021 wurden zwischen den Sommer- und Weihnachtsferien 2020 lediglich 3% der nachvollziehbaren Infektionsausbrüchen Schulen zugeordnet, hierbei ist eine einzelne Lehrperson deutlich häufiger Ausgangspunkt eines Infektionsgeschehens in Schulen als ein Kind. Der Anteil der Fälle in denen der vermutete Primärfall eine Lehrperson ist liegt zwischen 20% (Oberstufe) und 50% (Grundschule).

Das RKI stellt wiederholt fest, dass „Kinder und jüngere Jugendliche seltener betroffen sind als Erwachsene und nicht Treiber der Pandemie“ sind und „entgegen des Ausbreitungsprofils bei anderen Atemwegserkrankungen von der Altersgruppe der unter 15jährigen keine substanziell treibende Kraft im aktuellen Pandemiegeschehen ausgeht“.

Statistiker der LMU München kommen zu dem Ergebnis, „dass der Anteil der Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, die auf eine Schulausbruch zurückzuführen sind, in allen Altersgruppen zu jedem Zeitpunkt der Pandemie verschwindend gering war“ und „dass steigende Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen sich nur schwach auf die Inzidenzentwicklung in anderen Altersgruppen auswirken“.

Welche Aussagekraft haben Schnelltests auf Corona bei asymptomatischen Schülern?

Das Ziel des Tests ist es, Kinder zu identifizieren, die andere Kinder infizieren können. Ob ein Test dies zuverlässig kann, hängt davon ab, wie viele Schüler infektiös sind (Prävalenz) und wie zuverlässig der Test diese erkennt (Sensitivität, Spezifität). Interessierte finden eine Erklärung durch das RKI hier und hier. Die Aussagekraft für die Testung von asymptomatischen Schülern ist geringer als bei der Untersuchung von Symptomatischen oder Kontaktpersonen, für die die Tests zugelassen und validiert wurden. Es ist davon auszugehen, dass ein relevanter Anteil im Schnelltest positiver Kinder nicht infektiös ist und umgekehrt negativ getestete Kinder infektiös sein können.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte stellt fest, dass es „angesichts fehlender Daten bei asymptomatischen Kindern weder gerechtfertigt noch angemessen erscheint, Schnelltests flächendeckend in Schulen und KiTas einzusetzen. Es ist zu erwarten, dass die Zahl falsch negativer und falsch positiver Ergebnisse inakzeptabel hoch sein und weit mehr Schaden als Nutzen mit sich bringen wird.“ Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene und die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie haben die Daten der verpflichtenden Schultests in Österreich analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass „der gewählte Ansatz nicht geeignet und nicht verhältnismäßig für eine Übertragung in das deutsche Schul- und Gesundheitssystem erscheint“. Das RKI hat auf seiner Homepage ausführliche Stellungnahmen zu „Präventionsmaßnahmen in Schulen“ und „SARS-CoV-2 Testkriterien für Schulen“ publiziert, eine Empfehlung für Selbsttest von asymptomatischen Kindern ist hierin nicht erhalten.

Die Verantwortung der Politiker, die eine verpflichtende Testung anordnen, wäre, den Nutzen und die Nachteile dieser Maßnahmen wissenschaftlich zu überprüfen und die Bürger, die die Kosten dieser Maßnahme mit ihrem Steuergeld finanzieren, zu informieren. Das Bayerische Kultusministerium hat zwei Wochen nach Beginn der Selbsttests mitgeteilt, dass von 288.000 getesteten Kinder 163 einen positiven Schnelltest hatten. Die wichtige Angabe, bei wie vielen anschließend ein positiver PCR Test bestand, wurde nicht öffentlich gemacht, eine regelmäßige Veröffentlichung der Daten ist nicht vorgesehen.

Nachtrag 23.8.2021: Der Epidemiologie Klaus Stöhr beurteilt die Tests wie folgt: "Die anlasslose Massentestung von asymptomatischen Schulkindern bei so niedriger Inzidenz ist eine Verschwendung von Steuergeldern und weder sinnvoll noch verhältnismäßig. In Hessen hat man, wie die dortige Staatskanzlei mitteilte, pro Woche 1,1 Millionen Tests gemacht, positiv waren 34, das sind weniger als 0,01%. Bei 6 € pro Test sind das 176.000 €, um ein symptomatisches Kind aufzufinden. Das ist mehr Geld als Krebsbehandlungen kosten. Im Vergleich: eine Gesundheitsintervention wird international als sinnvoll erachtet, wenn mit 50.000 US-Dollar ein gesundes Lebensjahr erreicht werden kann."

Da die Tests bis zu einer Inzidenz von Null durchgeführt wurden, ist das von der Politik vorgegebene Ziel einen sicheren Unterricht zu ermöglichen, nicht glaubwürdig. Mehr und mehr wird deutlich, dass mit diesen Tests auf Kinder Druck ausgeübt werden soll, indem nur noch nicht Geimpfte getestet werden müssen, obwohl auch Geimpfte infektiös sein können.

Warum kann solch ein Test auch negative Folgen haben?

Wird ein infektiöser Schüler durch einen negativen Schnelltest übersehen (falsch negativ), kann dies das Infektionsrisiko erhöhen, wenn sich negativ Getestete weniger strikt an Hygieneregeln halten oder auch mit leichten Symptomen am Unterricht teilnehmen.

Gemäß Bayerischem Kultusministerium „sollen die Schnelltest einen sicheren Präsenzunterricht ermöglichen“. Dies wäre der Fall, wenn man die Tests nutzt, um die Schulen bei hohen Inzidenzzahlen zu öffnen, was nicht geschieht.

Verschiedene Berufsverbände und Fachgesellschaften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin weisen darauf hin, dass „die negativen psychologischen Auswirkungen repetitiver Testungen insbesondere auf jüngere Kinder unterschätzt werden, angesichts drohender Konsequenzen wie Quarantäne der eigenen Person oder der Sozialgemeinschaft“. Positive Tests bei Kindern können dazu führen, dass bisher asymptomatische Verläufe bekannt und allein durch psychosomatische Beschwerden symptomatisch werden können. Es kann passieren, dass sich Kinder bei Ihren wenig symptomatischen und nicht getesteten Eltern anstecken, anschließend in der Schule positiv getestet werden und als erster bekannter Fall innerhalb der Familie gelten. Man sollte sich bewusst machen, welche Konsequenzen das für ein Kind hat, wenn am Ende einer solchen Infektionskette innerhalb der Familie möglicherweise der Tod eines Großelternteils steht.

Sicherlich gibt es Kinder, für die Pflichttests keine relevante Belastung darstellen. Bei der Entscheidung für verpflichtende Tests aller Kinder müssen die Auswirkungen aber auch auf in dieser Hinsicht anfällige Kinder mit bereits bestehenden psychischen Erkrankungen berücksichtigt werden. 

Welche negativen Folgen haben die Maßnahmen für unsere Kinder?

Für die Entwicklung des Immunsystems unserer Kinder sind Infektionserkrankungen wichtig. Was es für Auswirkungen auf die Anfälligkeit für zukünftige Infektionskrankheiten hat, wenn Kinder über inzwischen mehr als ein Jahr mit relevant weniger Krankheitserregern Kontakt haben, ist unbekannt. 

Das Institut für Wirtschaftsforschung stellt fest, dass Schulschließungen dazu führen, dass Kinder täglich mehr als 3 Stunden weniger mit Ihren Schularbeiten beschäftigt sind als zu normalen Schulzeiten und nun mehr Zeit pro Tag (4,6 Stunden) mit Fernsehen, Computerspielen und Handy verbringen als mit Schularbeiten. Kinderärzte zweier Münchner Universitäten beschreiben in einer Studie, dass die körperliche Aktivität durch den Ausfall von Schul- und Vereinssport sowie Wegfall des Schulwegs und der gemeinsamen Pausen deutlich abgenommen und mehr als 1/3 der Kinder Gewicht zugenommen haben. Wissenschaftler der Uniklinik Hamburg beobachten, dass fast jedes dritte Kind ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten litt (vor der Pandemie weniger als jedes fünfte Kind).

Bei Kindern und Jugendlichen haben seit Beginn der Pandemie Sorgen und Ängste zugenommen, auch Konzentrationsstörungen, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden sind verstärkt zu beobachten. Es wird  eine Verdopplung der Zahl der Suizidversuche und von Essstörungen beschrieben. Kinder leiden an einer Zunahme von Gewalterfahrungen und haben mit Schule oder Kindergarten einen sicheren Ort verloren, den sie zuverlässig jeden Tag aufsuchen können. Bei den 5 und 6jährigen wird eine Verschlechterung der Sprachmotorik und der Feinmotorik beobachtet. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, sind diese Tatsachen der Bundesregierung bekannt.

Die bestehenden Maßnahmen signalisieren jedem Kind jeden Tag, dass es eine mögliche Gefahr für andere Menschen darstellen kann und deshalb Abstand halten, Masken tragen und sich testen muss. Kinder werden dadurch nachhaltig in der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen gehemmt. Körperkontakt ist ein wichtiger Faktor der sozialen Interaktion und der psychischen Entwicklung unserer Kinder. 

Um die Einhaltung der Maßnahmen durch die Bevölkerung zu gewährleisten wurde zu Beginn der Pandemie in einem Strategiepapier des Bundesinnenministeriums ein Szenario entworfen, in dem Kinder Angst haben sollen, „dass sie ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt, da es das Schrecklichste ist, was ein Kind je erleben kann.“ Dieses Szenario wurde inzwischen verwirklicht, da sich manche Kinder nicht mehr trauen ihre Maske abzunehmen aus Angst, sich zu infizieren und am Ende Schuld am Tod der eigenen Großeltern zu sein.

Von den meisten dieser negativen Entwicklungen sind insbesondere die Kinder betroffen, die eigentlich die Unterstützung der Gesellschaft brauchen, da sie bereits (psychische) Vorerkrankungen haben oder sozial benachteiligt sind. Bereits vor der Pandemie war mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut betroffen, es ist anzunehmen, dass der Anteil durch die Pandemiemaßnahmen weiter zunimmt. Die ohnehin geringeren Bildungschancen und die relevant schlechtere gesundheitliche Prognose dieser Kinder haben sich durch die Maßnahmen weiter verschlechtert. Die deutschen Jugendämter erwarten für die Jahre 2020 und 2021 jeweils eine Verdopplung der Zahl der Schulabrecher von 100.000 auf 200.000 Jugendliche mit den entsprechenden langfristigen Konsequenzen für die Betroffenen.

Michael Klundt, Professor für Kinderpolitik, kam bereits im September 2020 bei seinen Ausführungen im Bundestag zu dem Ergebnis, dass „Bund, Länder und Kommunen auch in Zeiten der Corona-Pandemie zur vollumfänglichen Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet sind“ und konnte mit seiner Untersuchung nachweisen, „dass dies in der Praxis weitgehend versäumt wurde. So sind nachweislich elementare Schutz-, Fürsorge– und Beteiligungsrechte von ca. 13 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland verletzt worden. Faktisch alle Entscheidungen und Maßnahmen der Politik seit März/April wurden völkerrechtsverstoßend und bundesgesetzwidrig ohne vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls vorgenommen. Die Kinder sind aus der Perspektive rausgefallen und wie Objekte behandelt worden. Das sei eine „schwere Form der Kindeswohlgefährdung“

Ist eine Maskenpflicht in Schulen sinnvoll?

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zitiert etwa ein Jahr nach Einführung einer Maskenpflicht an Schulen in einer umfangreichen Stellungnahme „Zur Rolle von Kindern im Corona-Pandemiegeschehen“ mehr als 100 Veröffentlichungen und kommt zu dem Ergebnis, dass „es sehr schwierig ist, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Tragen von Masken und dem Verlauf des Pandemiegeschehens abzuleiten“. 

Auch wenn anzunehmen ist, dass der korrekte Einsatz von Masken in Schulen zu einer Reduktion der Übertragungshäufigkeit von SarsCoV2 führen kann, ist der Nutzen wohl insgesamt gering (und entsprechend in Studien schwierig nachzuweisen), da Schulen kein relevanter Treiber des Pandemiegeschehens sind und die korrekte Anwendung im Schulalltag umso schwieriger ist, je jünger die Kinder sind und umso länger die Tragedauer pro Tag.

Zur korrekten Anwendung eines Mund-Nasenschutzes gehört, dass

  • die Hände vor dem Anlegen und nach dem Abnehmen der Maske gewaschen werden

  • die Maske eng anliegt

  • feuchte Masken ausgetauscht werden

  • die Außenseite der Maske nicht berührt wird

  • Einmalmasken nicht wiederverwendet werden

  • Stoffmasken nach jedem Gebrauch gewaschen werden

Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass ein Mund Nasenschutz bei inkorrekter Anwendung das Infektionsrisiko erhöhen kann.

Ins Verhältnis zum möglichen Nutzen müssen mögliche negative Folgen gesetzt werden wie Konzentrationsstörungen, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Hautausschlag und bei der wohl häufig inkorrekten Anwendung auch eine mögliche Zunahme von Pilzinfektionen und Krankheitsübertragung. Angesichts des langen Zeitraums der nun schon bestehenden Maskenpflicht, muss auch mit Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und die Psyche gerade der jüngeren Kinder gerechnet werden.

Aus meiner Sicht ist eine Maskenpflicht nur für ältere Schüler (nicht aber für Grundschulkinder) über eine begrenzte Zeitdauer mit fixen Maskenpausen vertretbar, wenn dies aufgrund der Bedrohungslage durch die Pandemie verhältnismäßig ist. Dass Kinder beim Schulsport Masken tragen sollen, ist medizinisch nicht vertretbar.

Wie ist die Situation in anderen Ländern?

Gemäß Daten der UNESCO sind am 12. Mai 2021 in folgenden europäischen Ländern die Schulen vollständig geöffnet, obwohl die Inzidenzen (in Klammern) vielerorts höher als in Deutschland (116) sind: Schweden (319), Kroatien (213), Frankreich (179), Griechenland (159), Luxemburg (145), Schweiz (117), Italien (105), Spanien (86).

Über den gesamten Zeitraum der Pandemie waren bis Mitte Mai die Schulen in Deutschland 6x so lange geschlossen wie in der Schweiz, 3x so lange wie in Frankreich oder Kroatien, doppelt so lange wie in Spanien.  

Die Deutsche UNESCO Kommission beschreibt, dass bereits vor der Pandemie 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit keinen Zugang zu Bildung hatten, auf dem vorläufigen Höhepunkt der Pandemie waren weltweit fast 1,6 Milliarden Lernende von geschlossenen Bildungseinrichtungen betroffen. Die UNESCO schätzt, dass weltweit nicht einmal ein Prozent aller staatlichen Hilfen der Bewältigung der Corona-Krise der Bildung zugute gekommen sind. 

Schätzungen der UNICEF zufolge konnten sich bereits vor der Pandemie 3 Milliarden Menschen keine gesunde Ernährung leisten, 690 Millionen Menschen hungerten (jeder 11. weltweit) und jedes Jahr starben rund 5,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren, fast die Hälfte dieser Todesfälle sind auf die Folgen von Mangel- und Unterernährung zurückzuführen. Das bedeutet es sterben jährlich ungefähr so viele Kinder unter 5 Jahren an Hunger wie etwa im ersten Jahr nach Ausbruch der Pandemie Menschen (in meist deutlich höherem Alter) an oder mit COVID 19 gestorben sind. 

Laut Weltbank und Oxfam wirft die Pandemie die Welt im Kampf gegen Armut um viele Jahre zurück und führt zu einem deutlichen Anstieg der hungernden Menschen weltweit.

Zusammenfassung

Kinder sind durch das SarsCoV2 Virus am wenigsten gefährdet und profitieren entsprechend kaum von den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Gleichzeitig sind Kinder durch Schulschließungen, Masken- und Testpflicht, Einschränkung von sozialen Kontakten sowie dem Verbot von Vereins- und Schulsport stark von den Maßnahmen betroffen. Es kommt zu Erkrankungen und Entwicklungsverzögerungen, die teilweise nicht mehr aufholbar sein werden und unter denen Teile dieser Generation dauerhaft leiden werden. Die Interessen der Kinder werden bei den politischen Entscheidungen zu wenig berücksichtigt, da Kinder keine Lobby haben. Die Äußerungen und Maßnahmen der Politiker in den letzten Tagen und Wochen lassen aus meiner Sicht befürchten, dass die bestehenden Maßnahmen in den Schulen beibehalten werden sollen, bis auch die Schulkinder geimpft sind, was aus meiner Sicht nicht akzeptabel ist.

Maßnahmen wie Schulschließungen und verpflichtende Schnelltests sind aus meiner Sicht nur dann verhältnismäßig, wenn

  • tatsächlich eine Überlastung des Gesundheitssystems droht

  • diese über einen eng befristeten Zeitraum mit einem klar definierten Ziel durchgeführt werden

  • sich Politiker bei der Festsetzung dieser Maßnahmen auf Empfehlungen von unabhängigen Wissenschaftlern aus allen beteiligten Fachbereichen stützen

  • deren Nutzen und Schaden systematisch wissenschaftlich erfasst wird

Da dies aktuell jeweils nicht der Fall ist, ist aus meiner Sicht zu fordern, dass alle Kinder ab sofort ohne Verpflichtung zu einem Test oder einer Impfung wieder in Kindergarten oder Schule gehen und Sport ausüben können.